Auch die Zunge will gepflegt sein

Wir verwöhnen sie ständig mit gutem Essen, Wein und Dessert. Doch, pflegen wir sie auch? In vielen Kulturen wird -wie auch die Säuberung der inneren Ohrmuschel durch die Ohrkerze– gerne die Zunge sauber gehalten.

Die Zunge ist ein Muskel, der von besonders dicker Schleimhaut überzogen ist. Dort sitzen die Papillen, die unter anderem für den Geschmackssinn zuständig sind. Im hinteren Drittel der Zunge lagert sich allerdings gerne bakterielle Beläge ab, die unter anderem Mitverantwortlich für Mundgeruch sind. Eine Eindämmung der Keimherde der Zunge ist gesundheitlich von Vorteil.

Schon vor 4000 Jahren wurde in Indien und China die Zungenpflege betrieben, meist mit aromatisierten Zweigen. Heute gibt es speziell konzipierte Werkzeuge, wie den Zungenschaber. Dieser wird, wie der Name schon andeutet, tatsächlich als Schaber eingesetzt und soll die obere Schicht der Zunge von Belag befreien. Einige Zahnbürsten haben auf ihrer Rückseite eine hügelige oder lamellenförmige Oberfläche, die das gleiche bewirkt. Nachteil: Durch die hochstehenden Borsten kann beim Säubern der Zunge leicht der Würgereflex ausgelöst werden.

Bei Verletzungen an der Zunge wie Verbrennungen oder nach Einsetzen eines Zungenpiercings eignet sich übrigens besonders gut die Behandlung mit Teebaumöl. Dieses desinfiziert und kann problemlos im Mund angewendet werden, da es -im Gegensatz zu anderen Desinfektionsmitteln- nicht toxisch ist. An den Geschmack müsst ihr euch allerdings schon gewöhnen.

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt die Zunge übrigens als Spiegelbild des Körpers. Veränderung in Farbe und Form, sowie der Belag können auf Krankheiten hinweisen. Eigentlich logisch. Die Zunge ist unsere Verbindung zwischen Innen und Außen. Sie ist bei Essen und Schlucken beteiligt, aber auch beim Reden.

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