Allen unterschiedlichen Barbie-Puppen ist eines gemein: Die weiblichen Modelle zeichnen sich durch besonders schlanke Körpermaße aus. Dagegen regt sich bei Feministinnen und Ernährungswissenschaftlern Widerstand.

Facebook-Kampagne für rundliche Barbie-Puppe

Seit 1959 vertreibt der US-amerikanische Konzern Mattel die beliebten Barbie-Puppen aus Plastik, nun sieht er sich mit einer medienwirksamem Kampagne auf Facebook konfrontiert: Eine US-amerikanische Gruppe namens „Plus Size Modeling“ hat grafisch ein Barbie-Modell mit einem molligen Körper und einem fülligen Gesicht entworfen. Die Initiatoren rufen alle User auf, welche für die Markteinführung dieser Variante votieren, den „Like“-Button anzuklicken. Über 40.000 Menschen sind dieser Aufforderung bereits nachgekommen. Was vordergründig wie eine freundliche Hilfe zur Optimierung der Produktpalette aussieht, erweist sich in Wirklichkeit als Fundamentalkritik am Geschäftskonzept.

Spielwarenhersteller Mattel schon lange im Kreuzfeuer der Kritik

Feministinnen und Ernährungsberater äußern seit Jahren ihren Unbill über Barbie-Puppen. Deren Aussehen kennzeichnet eine extreme Schlankheit, die der Magersucht nahekommt. Kritiker sehen darin ein falsches Vorbild für junge Mädchen, die sich an diesem vermeintlichen Schönheitsideal orientieren könnten. Stattdessen fordern sie, dass Puppen durchschnittlichen Menschen ähneln sollen und der Konzern auch dickere Personen einbezieht. Aus gleichem Grund kam es bei der Eröffnung des Barbie-Dreamhouse in Berlin zu einer Aktion der Frauenrechtlerinnen von Femen: Seit Mai 2013 zeigt Mattel dort in einem pink gestalteten Themenpark seine Modelle, der Standort soll Familien und Kindern zur Freizeitgestaltung anlocken und zugleich die Marke bewerben. Die Femen-Aktivistinnen beschränkten sich dabei nicht nur auf den Vorwurf der gesundheitlichen Risiken. Sie halten das ausschließliche Darstellen von Frauen in vermeintlichen Traum-Körpermaßen für grundsätzlich sexistisch. Frauen, welche diesem Ideal nicht entsprechen, könnten sich dadurch minderwertig fühlen, sich zu Schönheitsoperationen verleiten lassen oder in Depressionen verfallen.

Initiative gegen Schönheitswahn

Per Facebook mobilisiert eine US-amerikanische Initiative gegen den Barbie-Hersteller Mattel. Sie fordert, dass das Unternehmen künftig keine Puppen in den bisher üblichen, sehr dünnen Körpermaßen produziert. Sie sieht darin eine Förderung der Magersucht. Ob die Firma diese Kritik annimmt, ist eher unwahrscheinlich. Bisherige Kampagnen mit der gleichen Aussage ignorierten die Verantwortlichen.

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