Schönheitswahn: Schönheits-OPs bei Kindern erlaubt!?

Müssen Schönheits-Ops bei Kindern und Jugendlichen wirklich sein? Offenbar gibt es tatsächlich junge Menschen, Eltern und Ärzte, die keinerlei Bedenken in dieser Hinsicht haben.

Doch sollten Jugendliche sich schon einer Schönheits-OP unterziehen müssen? Oder überhaupt dürfen? Viele Politiker sagen klar: Nein! Und fordern strengere Gesetze und ein Verbot für kosmetische Chirurgie an Kindern und Jugendlichen, sofern diese nicht medizinisch bedingt sind. Dabei ist es eigentlich traurig, dass es hierfür überhaupt eine gesetzliche Regelung geben muss, denn gerade Mediziner sollten die Unsinnigkeit solcher Eingriffe am besten verstehen.

Gesetz gegen Schönheits-OPs bei Kindern?

Es ist in der Tat einfach für Jugendliche, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. Sie müssen nur eine Einverständniserklärung ihrer Eltern vorlegen und das entsprechende Kapital auftreiben können. Und schon lassen sich viele plastische Chirurgen darauf ein, einer Heranwachsenden den Busen zu vergrößern, das Gesicht zu liften oder den Bauch zu straffen. Berufsethik? Fehlanzeige. Solange das Honorar stimmt, scheinen einige wenige Chirurgen ihre moralischen Bedenken vollkommen beiseite schieben zu können.

Dabei macht einem doch bereits der gesunde Menschenverstand klar, dass es unsinnig ist, einen menschlichen Körper künstlich zu modellieren, der noch im Wachstum begriffen ist und sich damit ohnehin noch verändern wird. Zumal die Risiken in diesen Fällen ungleich höher sind. Fettabsaugen bei Teenagern, deren Babyspeck in Kürze auch von allein weggehen wird? Brustvergrößerung bei jungen Frauen, denen vielleicht noch ein Wachstumsschub bevorsteht? Einen größeren Unsinn gibt es kaum, und dem wollen Politiker mit einem strengen Gesetz nun entgegenwirken.

Hitzige Diskussion um Schönheits-OPs bei Jugendlichen

Doch die Befürworter einer gesetzlichen Regelung geraten selbst in die Kritik, weil sie vorhandene Studien falsch auslegen. Tatsächlich nehmen die Schönheits-OPs an Kindern und Jugendlichen, die keinerlei medizinischer oder psychologischer Indikation folgen, nur einen Bruchteil der jährlich durchgeführten Eingriffe aus. Glücklicherweise sind die oben genannten Beispiele nämlich noch die Ausnahme von der Regel. Doch die Befürchtungen sind da, dass aus diesem Randproblem bald eine Modetrend werden könnte, der vermehrt Kinder und Jugendliche in die Schönheitskliniken treibt.

Heftig diskutiert wird auch der Umfang, den eine solche Regelung annehmen müsste oder dürfte. Wo zieht man die Linie zwischen notwendiger und sinnfreier kosmetischer Korrektur, ist dabei die drängendste Frage. Und kann man mit Aufklärungskampagnen sowohl in Schulen als auch unter Medizinern nicht mehr erreichen? Schließlich bestünde selber bei einem gesetzlichen Verbot von Schönheits-OPs bei Jugendlichen noch die Möglichkeit, einen solchen Eingriff im Ausland, fernab von deutscher Gesetzgebung, durchführen zu lassen. Präventive Maßnahmen wären daher vielleicht erfolgreicher – und vor allem mit weniger hitzigen Diskussionen durchführbar.

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